Kühling-Gillot
Zwei Handschriften, eine Haltung
Kühling-Gillot steht für eine der markantesten Weinlandschaften Rheinhessens. Entlang des Rheins, zwischen Bodenheim und Oppenheim, bewirtschaftet das Weingut seit Jahrhunderten renommierte Grand Crus, Lagen, die durch ihre Steilheit, ihre Nähe zum Fluss und ihren unverwechselbaren Charakter geprägt sind. Hier entstehen Rieslinge und Spätburgunder mit Spannung, Tiefe und einer Herkunft, die man nicht erklären muss. Seit 2006 führt Carolin Kühling-Gillot das Weingut gemeinsam mit ihrem Mann H.O. Spanier. Was beide verbindet, ist eine kompromisslose Haltung zur Herkunft. In den letzten fünfzehn Jahren wurden Lagen erweitert oder neu erworben, rekultiviert, neu bepflanzt und mit großer Geduld in Ertrag gebracht. Ziel war nie Expansion, sondern Präzision. Die akribische Weinbergsarbeit zeigt heute klar, dass große Lagen einen genius loci besitzen, einen Geist des Ortes, der sich im Wein ausdrücken kann, wenn man ihm Raum gibt.

Der Rote Hang – ein Terroir mit eigener Sprache
Im Zentrum von Kühling-Gillot steht der Rote Hang. Diese historischen Steillagen gehören zu den prägendsten Terroirs Deutschlands. Der Boden, die Exposition und die Nähe zum Rhein schaffen ein Mikroklima, das Weinen Präzision, Würze und eine unverwechselbare mineralische Tiefe verleiht. Die Arbeit hier ist aufwendig und verlangt Hingabe, Maschinen spielen kaum eine Rolle, vieles geschieht in reiner Handarbeit. Die Weinberge werden seit 2004 ökologisch zertifiziert bewirtschaftet, in den Steillagen konsequent nach dem Prinzip des Dry-Farming. Wasser wird nicht künstlich zugeführt, die Reben müssen tief wurzeln, um sich selbst zu versorgen. Genau daraus entsteht die innere Spannung der Weine.
Bodenarbeit als Schlüssel zur Herkunft
Gerade im Roten Hang bedeutet diese Haltung enorme Arbeit. Jährlich werden viele Tonnen Stroh in die Weinberge eingebracht, um die Bodenlebendigkeit zu fördern und die Wasserversorgung zu stabilisieren. Die Böden werden seit 2004 ökologisch und heute nach biologisch-dynamischen Prinzipien bewirtschaftet, nicht als Dogma, sondern als Voraussetzung für gesunde Reben und authentische Weine. Ein stabiler, lebendiger Boden ist für Kühling-Gillot die Grundlage, um von echter Herkunft sprechen zu können.

Kellerarbeit – Zurückhaltung statt Technik
Im Keller setzt Kühling-Gillot auf dieselbe Ruhe wie im Weinberg. Die Weine vergären mit spontanen Hefen, je nach Herkunft und Jahrgang im großen Holzfass, in traditionellen Stück- und Doppelstückfässern, in kleineren Holzfässern oder im Stahltank. Auf Additive, Korrekturen oder stilistische Eingriffe wird bewusst verzichtet. Eine minimale Schwefelgabe bildet den Abschluss der Weinwerdung.Die Philosophie dahinter ist einfach und konsequent: Weine werden nicht besser, wenn man sie auf schnelle Reife trimmt.
Reife als Teil der Identität
Ein Teil der Rieslinge und Spätburgunder kommt erst fünf oder sogar zehn Jahre nach der Ernte auf den Markt. Diese Zeit verbringen die Weine in einem in den Berg gebauten Reifekeller, dessen konstante Bedingungen einem Naturkeller gleichen. Hier geht es ausschließlich um Entwicklung, nicht um Beschleunigung.Jeder Wein, der nach dieser langen Reifephase das Weingut verlässt, trägt die Auszeichnung „Treasu Collection“ – als Zeichen für perfekte Lagerung und bewusste Entschleunigung.







